No Rules — Crossover-Edition
Dieser hier ist der laute Cousin. Der, bei dem der Bogen elektrisch wird, bei dem die Bassdrum in deinem Brustbein wohnt, bei dem die Violine ihr Flüstern gegen einen Schrei eintauscht. Wir haben Regeln für den leisen Saal geschrieben. Jetzt schreiben wir die Anti-Regeln für den lauten.
(Ja, wir wissen es. Es “No Rules” zu nennen und dir dann zwölf zu geben — das ist der Witz.)
Also… los geht’s. Ergänze, was deiner Meinung nach fehlt — und brüll’ es raus.
Wenn sie dich nerven, ignorier sie. Wenn eine sich richtig anfühlt, schick sie der Freundin oder dem Freund, von dem du dir wünschst, er stünde jetzt schon auf den Beinen.
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- Wenn du den Text kennst, sing mit. Wenn nicht, summ. Der Song wird größer, je mehr von uns drin sind. \n
- Steh auf, wenn dein Körper sagt: aufstehen. Der Sitzplatz ist ein Vorschlag, kein Vertrag. \n
- Klatsch auf der 2 und 4. Der ganze Saal findet denselben Herzschlag. \n
- Ja, film den Moment, in dem der Bogen elektrisch wird. Aber schau ihn nicht die ganze Zeit nur durchs Display an. Hebe zwischen den Takes den Kopf. \n
- Wenn David schreit, schrei zurück. Er wartet darauf. \n
- Schau Franck an. Schau Vincent an. Schau Johnny an. Schau Bodi am Schlagzeug an. Die Band hat mehr Spaß als alle anderen — klau dir ein Stück davon.
- Schwitzen ist erlaubt. Wenn dir beim dritten Song schon die Haare an der Stirn kleben, machst du es richtig. \n
- Wenn Vivaldi in ‘Master of Puppets’ umschlägt, versuch nicht, das zu verstehen. Mach einfach mit! \n
- Schau die Frau an, die drei Reihen weiter hinten weint. Schau das Kind an, das in der Luft Geige spielt. Schau den Opa an, der jedes Wort mitspricht. Das ist das Publikum, das David sich aufgebaut hat — und du gehörst dazu. \n
- Die Zugabe ist lauter. Die Zugabe ist freier. Die Zugabe ist der Teil, in dem du wirklich auftauchst. \n
- Der Weg zum Auto ist jetzt laut. Sing den Refrain. Der Abend endet nicht auf dem Parkplatz. \n
- Das Crossover-Konzert ist kein einmaliges Ereignis. Es ist eine Sucht. Willkommen im —Was? Schon wieder?!!?— Club. ;)
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Das sind eigentlich keine Regeln. Das sind Einladungen. Das Gegenteil von denen, die wir für den Konzertsaal geschrieben haben — und doch derselbe Glaube dahinter. Dass etwas passieren kann in einem Raum voller Menschen, die gemeinsam zuhören. Das klassische Konzert bringt dir bei, mit geradem Rücken zuzuhören. Das Crossover bringt dir bei, mit den Händen in der Luft zuzuhören.
Beide Räume sind echt. Beide gehören David. Nimm dir die Regeln — oder Anti-Regeln —, die dir heute Abend helfen.
Wenn dich ein Termin auf der Tour packt, geh laut hin. Diese Anti-Regeln sind leichter zu brechen als zu schreiben — und noch leichter, wenn gleich ein elektrischer Bogen runterkommt.



— Das Redaktionsteam von The Strings Society