S The Strings SocietyAuf den Saiten geschrieben
Rezension

Der, der mit der Geige tanzt: Münster, erste Station des Sommers

Am Tag nach dem Tourauftakt in Münster landete eine Rezension in unserem Postfach: Der mit der Violine tanzt – veröffentlicht von Alles Münster, geschrieben von Jasmin Otman, fotografiert von Thomas Hölscher. Wir haben sie langsam gelesen. Wir finden, sie verdient es, auch von Ihnen langsam gelesen zu werden.
MÜNSTER
First Stop of the Summer
18.04.26

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Das Konzert selbst war nicht nur ein Tourauftakt. Die Halle Münsterland feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag, und dieser Auftritt war zugleich Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten – eine passende Bühne für eine Tour, die mit einem Herzschlag beginnt.

Die Rezension fängt den Eröffnungsmoment mit schöner Präzision ein. Der bestuhlte Saal versinkt im Dunkeln. Auf der Leinwand die Visualisierung eines Herzschlags. Boom, boom …, lauter werdend. Eine tiefe Stimme aus dem Dunkel: “Ladies and Gentlemen, welcome to the Millennium Symphony tour…” Das Seven Nation Army-Riff, das aus dem roten Nebel aufsteigt. Und dann die Silhouette.

Im roten Nebel erscheint die unverwechselbare Silhouette: ein schlanker Mann mit tiefsitzendem Dutt und Geige in der Hand.

Was Otman mit bewundernswerter Ehrlichkeit klar benennt, ist die Spannung, die jeder Garrett-Eröffnungsabend in sich trägt: ein bestuhlter Saal, ein Publikum, das zur Hälfte aus eingefleischten Fans und zur Hälfte aus geladenen Geburtstagsgästen besteht, ein Mann auf der Bühne, dessen Nahbarkeit nie der Punkt war. Bei den ersten Stücken hält der Raum den Atem an, statt ihn anzuhalten.

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Dann: Avicii. Die Rezension sagt es geradeheraus – bei Wake Me Up erhebt sich das Publikum geschlossen von den Sitzen. Und als die Ankündigung von Rammsteins Mein Herz brennt durch die Reihen geht, folgt ein lautes Raunen. Das ist der Wendepunkt. Der lauteste Applaus des Abends, noch vor der Pause.

Nach der Pause beschleunigt sich alles. Shape of You. Blinding Lights. Survivor. Russian Roulette, dramatisch neu geformt für eine einzelne Violine. Smooth Criminal in schwindelerregendem Tempo. Eine Rockversion von Beethovens Fünfter – und als auf der Großleinwand Fotos eines vierjährigen Garrett erscheinen, verschiebt sich etwas.

Persönlicher. Als käme Garrett nach Hause, nachdem er sich draußen in der Charts-Welt ausgetobt hat.

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Die Zugabe allerdings ist das, was keine Rezension kommen sieht. Coldplays Viva la vida beschließt die Show. Und dann spricht Garrett – “Eigentlich mache ich sowas nie…” – und spielt Happy Birthday für die Mauern einer Halle, die in diesem Jahr hundert wird. Eine kleine, großzügige Geste in einem Abend, der ansonsten nur einer einzigen Sache gewidmet ist.

Dieser Mann hat nur eine Mission: Geige spielen.

Diese Mission trug den gesamten Abend. Aber die Zugabe – dieses kleine Lied für den Geburtstag eines Gebäudes – ist der Ort, an dem das andere wohnt, zu dem wir immer wieder zurückkehren. Das Detail, das es persönlich macht, und echt, und für uns zum Erinnern.

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Die vollständige Rezension mit Fotografien von Thomas Hölscher ist (auf Deutsch) auf Alles Münster zu lesen. Lesen Sie sie. Sie ist wunderschön geschrieben.

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