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Interview

Open-Air-Magie: Garrett über Regen, Freiheit und die Millennium-Symphony-Tour

In diesem Sommer geht David Garrett mit der Millennium Symphony auf Tournee — nicht in Konzertsäle, sondern unter den freien Himmel. Fünfzehn der schönsten Open-Air-Schauplätze quer durch Europa, darunter drei in Bayern: Münchens Königsplatz, Schloss St. Emmeram in Regensburg und Füssen.
Interview

In einem Interview mit der BR-Klassik-Journalistin Larissa Schütz erzählte er, was ihn an dieser Tournee antreibt — und warum sich die unberechenbare Magie von Open-Air-Bühnen mehr nach Zuhause anfühlt als jeder geschlossene Konzertsaal.

„Ich glaube, dass bei Open-Air-Konzerten der Ort das Allerwichtigste ist. Man muss nicht mit ihm konkurrieren — man umarmt ihn.“

David beschrieb, wie er und sein Team jeden Spielort sorgfältig ausgesucht haben, auf der Suche nach Orten mit einem gewissen „Wow-Faktor“ — Räumen, in denen das Publikum das Ereignis spürt, noch bevor die erste Note erklingt. Er gibt zu, ein Naturliebhaber zu sein und sogar etwas Regen bei einem Open-Air-Konzert wunderbar zu finden.

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Auf der praktischen Seite verriet er eine wesentliche Regel, an die er sich immer hält: Die Streicher müssen frühzeitig aus dem Backstage-Bereich heraustreten, damit sich ihre Instrumente — alles aus Holz — an Luftfeuchtigkeit und Temperatur gewöhnen können. Ein kleines Ritual, das die Stimmung unter freiem Himmel stabil hält.

Und wenn das Wetter umschlägt? Er hat immer einen großen Anglerschirm dabei, bereit, ihn über seine Geige zu halten, wenn er sich bei Regen ins Publikum vorwagt. Aber er macht sich darüber keine allzu großen Sorgen — ein bisschen Regen, glaubt er, kann der Musik oder dem Abend nichts anhaben.

„Ein bisschen Regen hat der Musik noch nie geschadet. Im Gegenteil — es bringt die Stimmung erst richtig zum Leben.“

Das Programm der Millennium Symphony schöpft aus den größten Hits der letzten 25 Jahre — arrangiert mit dem ganzen Schwung eines Symphonieorchesters. David sprach darüber, wie er Crossover als kreativen Spielplatz versteht, in dem er mit Techniken arbeitet, die er von Paganini, Brahms, Beethoven und Sibelius gelernt hat, um das Instrument über Grenzen hinaus zu führen, die im klassischen Repertoire gar nicht existieren.

Er arrangiert alles selbst, und gerade diese Hands-on-Haltung verleiht seinem Crossover-Schaffen seinen unverwechselbaren Klang — verwurzelt in klassischer Ausbildung, und doch hineingreifend in Pop, Rock und Electronic-Dance-Music.

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Ein Highlight der Show: zwei Songs von Ed Sheeran. „The Joker and the Queen“ hat ihn wegen seiner melodischen Linie angesprochen — er hörte etwas fast Disney-haftes darin und hat es entsprechend arrangiert. Und „Shape of You“ spielt er ganz allein, indem er auf seiner Geige Perkussion spielt und eine Loopstation einsetzt.

Auf die Frage, ob er hoffe, Pop-Fans in klassische Hörer zu verwandeln, antwortete er warm und aufrichtig: Er habe erlebt, dass es in beide Richtungen funktioniert. Menschen, die früher nur Klassik gehört haben, kommen heute zu Crossover-Konzerten, und umgekehrt. Für David ist dieser Austausch eine der schönsten Seiten dessen, was er tut.

„Crossover ist mein absoluter Spielplatz der Kreativität — auch was die Virtuosität des Instruments betrifft.“

Das vollständige Originalinterview finden Sie auf BR-Klassik. Interview von Larissa Schütz.

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