Langsam üben: Garrett über Guarneri, grenzenloses Arbeiten und den Sommer in Regensburg
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Als Sperb ihn erreicht, ist Garrett in Berlin — einer seiner Heimatstädte, wie er sie nennt — nach einem Pressefototermin, der am Vorabend bis nach 23:30 Uhr ging. Er befindet sich in dem, was er „Classical mode“ nennt, mitten in den Vorbereitungen für ein Album bei der Deutschen Grammophon, das Ende 2026 erscheinen soll. Der Tourneeplan, den er ausbreitet, ist alles andere als erholsam: 2025 führte ihn bereits durch die USA, Asien, Skandinavien und Europa; 2026 stehen weitere Termine in Deutschland, Italien und möglicherweise Polen an.
Auf die Frage nach Work-Life-Balance antwortet er entwaffnend direkt:
Zwanzig Jahre nach seinem ersten Crossover-Album beschreibt er sich noch immer als Pionier — immer auf der Suche nach Neuland. Was den meisten Zuhörern entgehe, gibt er zu, sei, wie viel von der Urheberschaft tatsächlich von ihm stamme: Jedes Crossover-Album seit 2006 hat er selbst arrangiert, und dasselbe gilt für klassische Aufnahmen wie Legacy oder Classic Romance. Neben Violine hat er in New York auch Komposition studiert — doch das Publikum nimmt ihn nach wie vor in erster Linie als Interpreten wahr, nicht als denjenigen, der jedes Projekt auswählt, inszeniert und arrangiert.
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Das Etikett des Perfektionisten streitet er nicht ab. In einem freundschaftlichen Seitenhieb hat ihn der Komiker Hannes Ringlstetter einmal als Kontrolletti bezeichnet. Garretts Antwort ist klassischer Garrett: absolut, und das in jeder Millisekunde. Wenn eine Darbietung um eine Millisekunde zu spät kommt, merkt er es.
Was zu dem vielleicht eindrücklichsten Moment des Interviews führt — wie genau ein Mensch dreizehn Noten in einer einzigen Sekunde spielt. Die Antwort kommt von seinem Lehrer an der Juilliard School, der Geigenlegende Itzhak Perlman:
Ein Paradox, das der junge Garrett früh aufgenommen hat und dem er bis heute treu geblieben ist.
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Die ursprüngliche Schlagzeile — Wenige Künstler haben diesen Luxus — bezieht sich auf seine Instrumente. Garrett besitzt drei Guarneri-Geigen und eine Stradivari, eine Sammlung, die er fast surreal nennt:
Bei Open-Air-Konzerten ist er allerdings eher pragmatisch als risikofreudig. Er spielt dann auf einer Guarneri-Kopie von Jean-Baptiste Guillaume aus dem 19. Jahrhundert — der Klang sei, wie er erklärt, identisch, sobald der Pickup am Instrument sitzt, und ein jahrhundertealtes Meisterwerk habe nichts auf der Tournee zu suchen, wo es unsicheres Sommerwetter aushalten muss.
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Zu Regensburg selbst: Als regelmäßiger Gast bringt er das Open-Air-Programm der Millennium Symphony mit — Pop- und Rock-Klassiker der letzten zwei Jahrzehnte, von Beyoncé und Rihanna bis Ed Sheeran und Taylor Swift — arrangiert für Symphonieorchester und auf die Open-Air-Bühne zugeschnitten. „Musik zum Tanzen, um dem Alltag zu entfliehen und einfach zu genießen“, sagt er Sperb und fügt hinzu, dass das Schlossgelände eine seiner liebsten Freilichtbühnen sei.
Das Konzert findet am 14. Juli 2026 statt, im Rahmen der Tournee Millennium Symphony Open Air 2026. Tickets und vollständige Informationen über Odeon Concerte und schlossfestspiele-regensburg.de.
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Das vollständige Originalinterview — auf Deutsch — finden Sie in der Mittelbayerischen Zeitung. Interview von Marianne Sperb. Alle Zitate © Mittelbayerische Zeitung / Mediengruppe Bayern.