Errate den Film (und seinen Schurken)
Ich weiß nicht mehr, wann ich John Williams zum ersten Mal gehört habe. Das weiß niemand. Er war einfach da, im Dunkel eines Kinosaals, lange bevor ich wusste, dass Musik einen Namen hat. Er steckt in dem Moment, in dem das Licht ausgeht. Im Zusammenzucken im Sessel, in den Tränen, die du nicht hast kommen sehen, im Lachen. Und er ist immer noch bei dir, wenn du summend hinaus auf die Straße gehst.
John Williams, Hans Zimmer, Ennio Morricone, Nino Rota, Joe Hisaishi, Howard Shore. Das sind mehr als Namen, mehr als Komponisten. Sie haben den Soundtrack der Filme geschrieben, die wir geliebt haben, und irgendwann unterwegs auch den unseres Lebens. Sie haben Filmmusik zu einem eigenen Genre gemacht, und zu einem der beliebtesten überhaupt. Ihre Musik hat das Kino schon vor langer Zeit verlassen, und für Millionen von uns ist sie nie wieder gegangen.
Denk mal kurz darüber nach. Wenn du an einen Film denkst, den du liebst, was kommt zuerst: die Szene, die Gesichter oder die Musik? Inzwischen lässt sich das gar nicht mehr trennen. Ein paar Töne holen die ganze Szene zurück, und ein einziges Bild kommt mit seiner Musik, die schon läuft.
Das ist die Magie dieser Komponisten. Und deshalb wollte ich John Williams und sein neues Album Legacy feiern. Er ist 94 und hat immer noch mehr Energie als ich.
John Williams Legacy ist die Hommage der Deutschen Grammophon an ihn, mit 15 Titeln. Es sind keine neuen Aufnahmen. Das Album versammelt das Beste von dem, was er mit 87 und 89 für das Label dirigiert hat, mit zwei Orchestern, die er nie zuvor dirigiert hatte: den Wiener Philharmonikern im Musikverein im Januar 2020 und den Berliner Philharmonikern in der Philharmonie im Oktober 2021. Ein Gasttitel stammt aus früherer Zeit: Anne-Sophie Mutters Schindlers Liste von Across the Stars. Die Linernotes kommen vom Filmmusikhistoriker Jon Burlingame, und das Album erscheint auf CD, als goldenes Doppel-Vinyl und digital, auch in Dolby Atmos.

Die meisten von uns haben durch ihn gelernt, was ein Orchester kann, lange bevor wir je einen Konzertsaal betreten haben: Streicher, die abheben, Blech, das dir das Herz rasen lässt, eine einzelne Flöte, die dich um einen Außerirdischen weinen lässt. Er hat Generationen das Zuhören beigebracht, ohne uns je darum zu bitten.
Aber Halloween steht vor der Tür, und jeder Held, dem er Musik geschrieben hat, brauchte jemanden, den er besiegen konnte. Hinter jedem Thema, das du mitsummen kannst, lauert ein Schatten: ein Helm, ein Haken, ein Name, den niemand auszusprechen wagt.
Also, lass uns spielen. Zwei Runden: Errate den Film, dann finde den Schurken.
Fünfzehn Titel. Zu jedem gibt es einen Hinweis: Lies ihn, hör die Musik in deinem Kopf und sag den Film laut, bevor du die Antwort aufklappst. Dann such die 🦇: Sie zeigt dir, wer im Dunkel dieses Films lauert und was Williams dagegen tut. Zu gewinnen gibt es nichts, aber du wirst den Rest des Tages vor dich hin summen, und daran ist er schuld. Und ein bisschen ich ;)
Es war einmal vor langer Zeit, irgendwo sehr weit weg von hier: Gelbe Schrift kriecht hinauf zu den Sternen. Dann trifft dich ein Akkord wie eine Tür, die auffliegt.
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Star Wars: Eine neue Hoffnung — Main Title · Wiener Philharmoniker
Das Album beginnt so wie 1977 das Kino: ganz ohne Aufwärmen. Diese Blechbläserfanfare ist vielleicht die berühmteste erste Sekunde der Filmmusik. Sie von den Wiener Philharmonikern zu hören, im Saal des Neujahrskonzerts, ist schon für sich ein kleiner Witz. Galaktisches Imperium, darf ich vorstellen: die Habsburger.
Minuten nach dieser Fanfare gleitet ein Sternzerstörer über deinen Kopf hinweg und will einfach nicht enden, und ein Mann mit schwarzem Helm tritt aus dem Rauch. Merk dir das. Er kommt bei Track 12 zurück.
Eine glitzernde kleine Melodie auf einer Tastatur, die wie ein Spielzeug klingt. Etwas mit Federn und weißen Flügeln bringt einen Brief, auf den du elf Jahre gewartet hast.
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Harry Potter und der Stein der Weisen — Hedwig's Theme · Berliner Philharmoniker
Es beginnt auf der Celesta, dem Glockenklavier, das Tschaikowsky der Zuckerfee geschenkt hat. Williams schrieb es, bevor er auch nur ein einziges Bild des Films gesehen hatte, für einen Werbetrailer, und spielte es Regisseur Chris Columbus zuerst am Klavier vor. Columbus nannte das später „einen dieser großen Geek-Momente“.
Hör noch einmal hin, und es ist nicht alles Zuckerguss. Die Melodie gleitet und windet sich, wie es ein Wiegenlied nie tun würde, und genau darin liegt der Schauer: Magie, die beißen könnte. Irgendwo in diesem Film versteckt sich unter einem Turban ein Gesicht auf dem Hinterkopf eines Mannes. Er, dessen Name nicht genannt werden darf, ist schon in der Musik.
Ein Hut. Eine Peitsche. Eine rollende Steinkugel. Ein Mann, der Schlangen wirklich, wirklich hasst.
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Jäger des verlorenen Schatzes — Raiders March · Wiener Philharmoniker
Williams brachte Spielberg zwei verschiedene Melodien für Indiana Jones, damit er sich eine aussuchen konnte. Spielberg wollte beide. Also wurde die zweite zum Mittelteil, und deshalb wird der Marsch auf halber Strecke plötzlich lyrisch, bevor er wieder losstürmt. Achte auf den Moment, in dem er umschlägt: Da hörst du einen Regisseur, der sich nicht entscheiden konnte.
Die Schurken sind Nazis und ein rivalisierender Archäologe im weißen Anzug, und das Gruseligste am ganzen Film ist, was in der Kiste steckt, hinter der alle her sind. Gesichter schmelzen. Williams antwortet auf all das mit einem Marsch, der so fröhlich ist, dass er sich schlicht weigert, Angst zu haben.
Ein Fahrradkorb. Eine Decke. Vollmond. Fünf Jungs und ein Passagier, der nicht auf der Erde sein dürfte – und dann heben die Räder ab.
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E.T. – Der Außerirdische — Flying Theme · Berliner Philharmoniker
Normalerweise passt ein Komponist die Musik an den Film an. Hier lief es andersherum. Bei der Aufnahme der finalen Verfolgungsjagd kämpfte Williams ständig mit dem Timing. Spielberg schaltete den Projektor aus und sagte ihm, er solle so dirigieren, wie er es fühlte. Danach schnitt er die Szenen um die Musik herum neu. Jedes Mal, wenn diese Fahrräder abheben, folgt das Bild dem Orchester.
Die Monster sind hier die Erwachsenen: gesichtslose Männer in Schutzanzügen, ein Schlüsselbund, das an einem Gürtel klimpert, Straßensperren. E.T. ist nur in den ersten zehn Minuten der Unheimliche. Wer die Verfolgungsjagd gewinnt, entscheidet Williams, und er entscheidet es am Himmel.
Ein Wasserglas, das auf dem Armaturenbrett zittert. Dann ein Hubschrauber über einer Insel und ein Tor, das man wohl besser geschlossen gelassen hätte.
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Jurassic Park — Theme · Wiener Philharmoniker
Das ist der Track, der keine Angst macht. Williams hat das Brüllen für die Actionszenen aufgehoben und dieses Thema dem Staunen geschenkt: langsam, weit, fast eine Hymne. Es ist die Musik des Moments, in dem du die Kreaturen zum ersten Mal siehst, bevor irgendjemand anfängt zu rennen.
Der wahre Schurke ist nicht der T. rex. Es ist ein Programmierer, der die Zäune abschaltet, um ein paar Embryonen in einer Rasierschaumdose rauszuschmuggeln, und die Dinosaurier tun nur, was Dinosaurier eben tun. Williams schreibt das Thema für die Kreaturen und hebt die Angst für die Fehler der Menschen auf.
Eine Brille. Eine Zeitungsredaktion. Eine Telefonzelle. Dann ein roter Umhang und drei Töne, die steil nach oben schießen.
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Superman March · Berliner Philharmoniker
Hör dir den allerersten Anfang der Melodie an: ein kurzer Ton, dann ein Sprung nach oben, wie jemand, der abhebt. Wir schreiben 1978, und bis heute ist das der Klang, an dem sich jedes Superheldenthema messen lassen muss.
Sein Gegenspieler ist Lex Luthor, ein Genie mit einem Versteck unter der Grand Central Station und dem Plan, Kalifornien versinken zu lassen. Für einen so strahlenden Helden brauchst du einen Schurken, der seinen Spaß hat, und der Marsch nimmt ihn nie ernst genug, um besorgt zu klingen.
Ein Mädchen im roten Mantel, die einzige Farbe auf einer Leinwand in Schwarz-Weiß.
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Schindlers Liste — Theme · Anne-Sophie Mutter, Recording Arts Orchestra of Los Angeles
Das ist der einzige Track, der nicht aus Wien oder Berlin stammt, und der einzige mit einer Solovioline. Er kommt von Across the Stars (2019), dem Album mit Williams-Arrangements, das er mit Anne-Sophie Mutter aufgenommen hat. In Wien stand sie während eines Großteils der ersten Konzerthälfte neben ihm.
Als Spielberg ihm den Film zeigte, sagte Williams zu ihm: „Für diesen Film brauchst du einen besseren Komponisten als mich.“ Spielberg antwortete: „Ich weiß. Aber die sind alle tot.“ Zuerst gespielt hat das Thema Itzhak Perlman. Hier gehört es Mutter.
Für diesen Track wäre kein Hinweis richtig gewesen, und auch kein Spiel. Das Böse in diesem Film war echt.
Fünf Ringe. Los Angeles, 1984. Ein Trompetensignal, das du wahrscheinlich schon bei einer Siegerehrung gehört hast, ohne zu wissen, wer es geschrieben hat.
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Olympic Fanfare and Theme · Berliner Philharmoniker
Geschrieben für die Sommerspiele 1984, ist es das am reinsten zeremonielle Stück des Albums: Blechbläser, die verkünden, dass gleich etwas Wichtiges passiert. Dreh lauter.
Schurke: keiner. Außer du zählst den auf der Nachbarbahn mit.
Fünf Töne. Ein Berg aus Kartoffelbrei. Ein Mutterschiff so groß wie eine Stadt, das antwortet.
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Unheimliche Begegnung der dritten Art — Excerpts · Wiener Philharmoniker
Mit fünf Tönen sagen sich Menschen und Außerirdische in diesem Film Hallo. Williams soll fast 300 Versionen dieser kleinen Phrase geschrieben haben, bevor Spielberg sich für eine entschied. In diesen Auszügen hörst du sie, wenn die Wissenschaftler sie spielen und das Schiff antwortet: das erste Gespräch mit einer anderen Welt, und es ist ein Duett.
Hier kommt die Halloween-Wendung. Der Film ist gebaut wie eine Horrorgeschichte: Lichter am Nachthimmel, ein Kind, das aus seinem Zuhause geholt wird, Spielzeug, das sich von selbst einschaltet. Williams schreibt das Grauen, und dann dreht er es um. Die Wesen im Dunkeln waren die ganze Zeit freundlich.
Ein Junge, der in einem Schrank unter der Treppe wohnt, geht durch eine Backsteinmauer in eine andere Welt.
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Harry Potter und der Stein der Weisen — Harry's Wondrous World · Berliner Philharmoniker
Wenn Hedwig's Theme die Einladung ist, dann ist das hier die Ankunft: das große, warme Abspannstück des ersten Films, in dem Williams das Orchester aufblühen lässt und die Magie aufhört zu flüstern.
Wenn dieses Stück erklingt, ist der stotternde Lehrer mit dem Turban entlarvt, und das Gesicht auf seinem Hinterkopf ist verschwunden. Vorerst. Das ist der Klang eines Jungen, der die erste Runde gewonnen hat.

Ein Sumpf. Ein abgestürzter X-Flügler. Ein sehr kleiner grüner Lehrer, der rückwärts spricht und das ganze Ding aus dem Wasser hebt.
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Das Imperium schlägt zurück — Yoda's Theme · Berliner Philharmoniker
Das ist die sanfteste Star-Wars-Musik, die Williams je geschrieben hat: eine Melodie, die langsam aufsteigt und immer weiter steigt, und in der es um Weisheit geht statt um Macht. In Berlin lassen sich die Streicher Zeit damit. Die Größe zählt nicht.
In ebendiesem Sumpf gibt es eine Höhle. Luke geht hinein, eine dunkle Gestalt mit schwarzem Helm kommt auf ihn zu, und als die Maske fällt, ist das Gesicht darunter sein eigenes. Das ist die gruseligste Szene der ganzen Saga, und sie liegt gleich neben diesem Thema.
Schwarzer Helm. Schweres Atmen. Du weißt genau, wer gerade die Brücke betreten hat.
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Das Imperium schlägt zurück — The Imperial March · Wiener Philharmoniker
Da ist er, der Mann aus Track 1. Und jetzt die Überraschung: Im ersten Film hatte Darth Vader diese Musik noch gar nicht. Sie kam erst 1980 dazu und ist seitdem der offizielle Klang des Bösen. Du erkennst sie an den ersten beiden Tönen, und das tun auch jede Blaskapelle, jedes Stadion und jeder Klingelton auf der Erde.
Das schönste Detail aus Wien: Sie stand gar nicht auf dem ursprünglichen Konzertprogramm. Die Blechbläser des Orchesters fragten Williams in der Probe, ob sie sie dazunehmen könnten. Eines der traditionsreichsten Orchester der Welt wollte die dunkle Seite spielen.
Der Schurke des Albums. Keine Frage. Spiel ihn am 31. richtig laut.
Ein Erwachsener, der vergessen hat, wie man ein Junge ist. Ein Pirat mit einem Haken statt einer Hand. Der zweite Stern von rechts und dann immer geradeaus bis zum Morgen.
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Hook — The Flight to Neverland · Wiener Philharmoniker
Hook soll ursprünglich als Musical geplant gewesen sein, mit Songs von Leslie Bricusse, und Spuren davon finden sich überall in der Partitur: Williams schreibt sie wie einen Showtune mit einem kompletten Orchester im Rücken. Das ist der Moment, in dem Peter sich erinnert, dass er fliegen kann.
Der Schurke steht schon im Titel. Käpt'n James Hook, gezwirbelter Schnurrbart, panische Angst vor Uhren, und er bekommt die Hauptrolle auf dem Plakat. Aber diese Musik steht ganz auf der Seite des Jungen, und wenn sie abhebt, hat der Pirat schon verloren.
Ein Hologramm flackert aus einem kleinen Droiden: Hilf mir, du bist meine einzige Hoffnung.
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Star Wars: Eine neue Hoffnung — Princess Leia's Theme · Berliner Philharmoniker
Das ist ein Liebesthema für eine Prinzessin, die den größten Teil des Films damit verbringt, ihre Rettung selbst in die Hand zu nehmen. Es ist langsam und zärtlich, getragen von einem Solohorn und dann von den Holzbläsern. Williams schenkt ihr die romantischste Musik der Saga, und sie braucht sie kein einziges Mal.
Sie ist diejenige, die ihnen persönlich die Stirn geboten hat: Vaders Verhördroiden und Großmoff Tarkin, der vor ihren Augen ihren Heimatplaneten in die Luft gejagt hat. Sie zerbricht nicht. Die Zärtlichkeit hier gehört ihr, nicht ihnen.
Ein Saal voller Rebellen. Drei Helden, die einen langen Gang entlangschreiten. Medaillen, ein brüllender Wookiee und ein Droide, der sich einmal kurz um sich selbst dreht.
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Star Wars: Eine neue Hoffnung — Throne Room & Finale · Berliner Philharmoniker
Das Album endet dort, wo der erste Film endete: mit einem Fest. Der Thronsaal-Marsch führt in die Abspannmusik, und so hörst du den Main Title aus Track 1 noch ein letztes Mal, jetzt als Abschied statt als Auftritt.
Der Todesstern ist Staub. Aber ein einzelner TIE-Jäger wurde zuletzt gesehen, wie er trudelnd ins All davonflog, und du weißt genau, wer drinsaß. Solche Schurken bleiben nie lange weg. Das wusste auch Williams, und drei Jahre später gab er ihm Track 12.
Zwei Töne. Unter Wasser. Sie kommen näher.
Der weiße Hai ist nicht auf diesem Album. Von all der Musik, die John Williams je geschrieben hat, hat es das gruseligste Stück nicht in die Auswahl geschafft. Vielleicht ist das auch besser so, falls du an Halloween schwimmen gehen willst.

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Beim Schreiben habe ich mich immer wieder gefragt, ob John Williams eigentlich auch das Spiel spielt, das ich spiele. Wenn ich die Straße entlanggehe oder mit jemandem plaudere, versuche ich manchmal zu erraten, welches seiner Themen im Kopf meines Gegenübers zu laufen beginnt, sobald sein Name fällt. Der Imperial March? Die fliegenden Fahrräder? Eine kleine Eule?
Fast jeder kennt seinen Namen. Und wer ihn nicht kennt, kennt ganz sicher seine Musik, auch wenn er das eine nie mit dem anderen in Verbindung gebracht hat. Das schaffen nur wenige Komponisten unserer Zeit – da gibt eindeutig er den Ton an.
Also, du bist dran. Wenn du „John Williams“ hörst, welches Thema spielt zuerst?
John Williams Legacy · Deutsche Grammophon, 2026 · John Williams, Dirigent · Wiener Philharmoniker (Musikverein, Wien, 18.–19. Januar 2020), Berliner Philharmoniker (Philharmonie, Berlin, Oktober 2021), Anne-Sophie Mutter und das Recording Arts Orchestra of Los Angeles (Track 7, von Across the Stars) · Linernotes von Jon Burlingame · CD, 2 LPs auf goldenem Vinyl, digital (auch in Dolby Atmos).